Einweihung Dachgarten

Alterswohnheim Enge Zürich

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Mitte Mai 2016 wurde der Dachgarten des Alterswohnheims Enge in Zürich eröffnet, welcher von Parc's GmbH geplant wurde. Die federführende Landschaftsarchitektin Julia J. Schräpel erzählte am Eröffnungsfest über das Projekt aus Planungssicht.

Text: Julia J. Schräpel

Als junge Eltern ist das Baby Thema Nummer 1. Es ist faszinierend, das kleine Wesen aufwachsen zu sehen, es wird grösser, entwickelt sich, wird selbstständiger. Man selbst investiert Zeit, Geduld und Nerven – und wird belohnt mit viel Freude. Für uns Gartenplaner ist jedes Gartenobjekt ein Baby: Es wächst mit jedem Planungsschritt, mit jeder Besprechung, wird grösser und irgendwann entlassen wir es in die Selbstständigkeit. Alle Beteiligten haben Wünsche und Ansprüche an das Projekt und die Herausforderung besteht darin, alles unter einen Hut zu bekommen. Und zwar ohne den roten Faden zu verlieren oder einen Aspekt auszulassen.

Viele Ansprüche vereint

Mit dem Baby “Dachgarten Alterswohnheim Enge” hat alles vor 3.5 Jahren angefangen, als Frau Irma Tschumi, Gerontologin und Sicherheitsbeauftragte des Alterswohnheims Zürich Enge, und ich das erste mal gemeinsam auf dem Dachgarten standen. Wir besprachen, was aus dem Dachgarten werden soll und welche Wünsche an ihn gestellt wurden. Für uns als Planungsbüro war dieser Dachgarten ein ganz besonderes Projekt, denn neben den ästhetischen und technischen Ansprüchen galt es, die speziellen Anforderungen für einen Therapie- und Demenzgarten umzusetzen.

Die Gestaltung sollte ästhetisch hochwertig sein und Unschönes kaschieren. Auf der technischen Ebene war vor allem der Dachaufbau, die Zugänglichkeit des Dachgartens sowie die Statik während dem Bau (insb. für die Maschinen) eine Herausforderung. Die Anforderung an den neuen Dachgarten als Therapie- und Demenzgarten war dahingehend, dass er einen Nutzen für die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterswohnheims haben sollte, einen geringen Unterhaltsaufwand mitbringt und auch den hohen Sicherheitsansprüchen des Alterswohnheimes entsprach.

Reize und Eindrücke im Garten

Bei der Pflanzenwahl legten wir wert darauf, Pflanzen mit starken Farben und intensiven Düften zu verwenden. Wir planten auch Beerensträucher mit ein, von denen die Bewohnerinnen und Bewohner während eines Aufenthaltes im Garten naschen können. Wir wollten Reize und Eindrücke schaffen mit Farben, Düften, Materialien, Pflanzen und Geräuschen. Die Natur soll erlebbar sein im neuen Dachgarten.

Der Rundgang ist geprägt durch eine überschaubare Wegführung und bietet vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten: sonnige und schattige Bereiche, grosszügige und lauschige Plätzchen sollen einladen zu geselligen Stunden, um sich zu entspannen, auch zurück zu ziehen oder aktiv zu sein: Durch die Hochbeete ist gärtnern z.B. auch vom Rollstuhl aus möglich.

Drei unterschiedliche Gartenbereiche

Der Dachgarten lässt sich grob in 3 Bereiche gliedern: Beim Gartenzugang ermöglicht eine rollstuhlgängige Rampe einen barrierefreien Zutritt in den Garten, der von einem erhöhten Steingarten eröffnet wird. Ein kleiner Sitzplatz mit grossem Tisch sowie eine Nebenfläche mit weiteren Sitzmöglichkeiten laden zum gemeinsamen Verweilen ein. Auf dem grossen Hauptplatz gibt es Sitzbänke am Rande für geselliges Zusammensein oder um einfach nur die Sonne zu geniessen.

Die Hochbeete sind ebenfalls auf dem Hauptplatz, an denen alle Bewohnerinnen und Bewohner säen, pflanzen und ernten auf rückenschonender und rollstuhlfreundlicher Höhe können. Geschützt werden die Hochbeete durch die Pergola, die mit der Zeit von Kletterpflanzen begrünt wird und immer mehr Schatten spenden wird. Der dritte Bereich ist der hintere Gartenteil, ein Rundweg mit 3-4 Plätzchen und Nischen mit unterschiedlichen Themen: eine Rosenecke mit Rosenbogen, ein Steinmäuerchen mit Beerensträuchern zum Pausieren und Naschen sowie ein gedeckter Gartenpavillon umgeben von Hortensien und Blick auf den gesamten Garten.

Es ist schön zu sehen, wie unser Baby gross geworden ist und wir werden mit viel Freude an diesem tollen Resultat belohnt. Wir wünschen allen Bewohnerinnen und Bewohnern, Mitarbeitenden und Besucherinnen und Besuchern einen erholsamen Aufenthalt in diesem neuen Dachgarten.

Weitere Informationen

Gartenkonzept Dachgarten Alterswohnheim Enge

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